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Was macht eine gute Führungskraft aus?

Wenn sich ein Mitarbeiter fachlich auszeichnet, wird er oder sie schnell einmal für eine Führungsposition vorgeschlagen. Dennoch sollte das fachliche Können nicht das alleinige Kriterium für eine Beförderung darstellen. Erst einmal spielt es eine bedeutende Rolle, in welchem Umfeld sich das Unternehmen befindet. Branche, Region und vor allem die Grösse der Unternehmung erfordern ein unterschiedliches Profil einer Führungskraft.

Gut führen hat mehr damit zu tun

Wie sich jemand als Führungsperson eignet, hängt auch davon ab, über welche Grundwerte, welche Einstellungen und welches Menschenbild diese Person verfügt. Ganz entscheidend ist natürlich der Antrieb dieser Person: Was ist der Anlass für ihr Engagement? Über welche Führungsmotivation verfügt die Person? Und wie kann sie mit sich selber und den eigenen Kräften umgehen? Das Potenzial muss klar erkennbar sein für einen Karriereschritt nach oben und wird nicht einfach der dienstältesten Person zugestanden, wenn plötzlich Vorgesetzte künden. Menschen, die andere Menschen führen wollen, sollten auch ein ehrliches Interesse an Menschen im Allgemeinen und insbesondere an den eigenen Mitarbeitern haben. Wer sich nur selber verwirklichen will, wer im Hinterkopf nach mehr Geld, mehr Macht und noch mehr Prestige strebt, hat sicherlich einiges missverstanden. Gut führen hat viel mehr damit zu tun, anderen zu dienen, als sich selber zu profilieren. Der Karriereberater und Buchautor Martin Wehrle bringt es bildhaft gesprochen treffend auf den Punkt:

«Eine gute Führungskraft agiert nicht wie ein Egomane, sondern eher wie ein Gärtner. Gärtner legen ein Beet an, setzen jedes Gemüse in der richtigen Stelle ein und bewässern sein Wachstum individuell.»

Martin Wehrle

Um erfolgreich führen zu können, reicht es heutzutage nicht aus, nur fachlich zu überzeugen. Es geht darum, die Stärken und Schwächen seiner Mitarbeitenden zu erkennen und sie entsprechend zu fördern und zu fordern.

Es braucht Zeit

Neben den fachlichen Kompetenzen sind die Werte, die Motivation und Soft Skills wie die Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsbereitschaft oder Entscheidungsstärke sehr wichtig für eine Führungskraft. Entscheidend ist jedoch auch, dass man als Unternehmen die richtigen Rahmenbedingungen schafft und einer neuen Führungskraft Zeit gibt, sich zu entwickeln. Wenn wir ein komplett anderes System genauer betrachten, das kleinste System überhaupt, dann kommen wir auf dasjenige der Familie. Auch dort sind die Ehepaare in Partnerschaft sehr kompetent, bis sie in die Rolle der Mutter und des Vaters schlüpfen. Je nach Herkunft und Erziehung haben Eltern Vorteile, um in die neue Rolle hineinzuwachsen und sich schnellstmöglich darin zurechtzufinden. Genauso geht es vielen neuen Führungskräften, die aufgrund ihrer Fachkenntnisse befördert wurden und Zeit benötigen, um ihre neue Rolle zu verstehen und zu begreifen. In diesem Fall gilt es neuen Führungskräften Zeit zu geben und sie gleichzeitig zu fordern und zu fördern. Idealerweise geschieht dies bei einer neuen Führungskraft temporär mit einem externen Coach oder Mentor und regelmässigem Austausch mit Vorgesetzten.

Was ist eigentlich Führen?

Führen heisst, wichtige Entscheide zu fällen, Verantwortung zu tragen für die zustehenden Kompetenzen und Geschäfte sowie über Budgets zu bestimmen. Führen heisst auch, sich mit der Funktion und Position zu identifizieren, sich selber darin zu finden, der Stelle den eigenen (Führungs-)Stil aufdrücken, den eigenen Spirit im Team entfachen. Mitarbeiter fördern, weiter entwickeln und ernst nehmen. Schlussendlich muss jede Führungskraft ihren eigenen Stil finden – nur so kann die oft geforderte Authentizität erreicht werden. Glaubwürdigkeit ist sehr wichtig. Wer vorlebt, was er von anderen verlangt und gut mit anderen umgeht, und hält, was er verspricht, gewinnt an Ansehen und Respekt.

Dein Werner Waldis, Businesstrainer bei ROWAPA

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